Monday, September 19, 2011

DFB Pokal 1975 1976 Hsv Hamburg Fc Kaiserslautern

Final
26 June 1976
Frankfurter Waldstadion

Attendance 61.000
Referee Walter Eschweiler


 Am Anfang stand die ungewöhnliche Idee eines ungewöhnlichen Mannes. Da entschied nämlich, vier Wochen vor dem 2:0-Finalsieg des Hamburger SV gegen den 1. FC Kaiserslautern, HSV-„Gene-ral" Dr. Peter Krohn: „Öle Björnmose wird ab sofort Mittelstürmer spielen." Trainer Kuno Klötzer, nur halbherzig mit von der Partie, schwieg damals mit steinernem Gesicht. Die Experten blickten ungläubig, fassungslos - viele schüttelten den Kopf. Ein ausgesprochener Aufbauspieler als Torjäger? Eine unmögliche Entscheidung.

Sie sollten sich alle irren. Öle Björnmose, Däne, 32 Lenze alt, seit fünf Jahren mit Stammplatz im HSV-Mittelfeld, wurde auf der ihm befohlenen Position zum taktischen Pokal-Hit der Norddeutschen. In einer Doppelrolle, in der er Sturmspitze und Mittelfeld-Feuerwehr dank seiner Intelligenz und blendenden Kondition gleichermaßen überragend spielte, mauserte sich Öle zur Schlüsselfigur des Hamburger Cup-Triumphs. Er schoß ein herrliches Tor, gab zum ersten Treffer die Vorlage, wurde zusammen mit Kapitän No-gly und Reaktionswunder Rudi Kargus zum Helden der Frankfurter Hitzeschlacht. Ein Held, der vor Monaten noch auf der „Abschußliste" gestanden hatte. Anfang 1976 nämlich wollte sich der HSV noch von Björnmose trennen. Der Gründe gab es einige: Öle war durch Verletzungen und Formkrisen ziemlich von der Rolle - und er war ein Dreißiger. Dr. Krohn wiederum dachte an die Zukunft der HSV-Truppe, der er mit dem markigen Spruch „Wir holen die Sterne vom Himmel" sportlichen Höhenflug versprochen hatte - er dachte an Verjüngung, Verstärkung. Björnmose jedoch fing sich wieder, wurde von Woche zu Woche besser. Dann kam der 4. Mai, das erste Pokal-Halbfinale gegen die Bayern im Hamburger Volkspark. Der Mann aus Dänemark spielte hinreißend. Als er dann auch noch das 1:0 schoß, hielt es den extravaganten HSV-Boß nicht länger auf der Ehrentribüne. „Öle bekommt einen neuen Vertrag. Aber einen besseren, als er bisher hatte." Er hielt Wort, erhöhte Björnmoses neue Vertragssumme um 30 000 Mark.

 Der Fight gegen die Bayern endete trotz Verlängerung 2:2. Und vor der Wiederholung in München, die Hamburg dann sensationell mit 1:0 gewann, verkündete Krohn seinen einsamen Entschluß: Weder Reimann noch Berti oder Memering konnten bisher als Mittelstürmer überzeugen. Jetzt ist Björnmose dran." Öle wußte dieses Vertrauen zu schätzen. Er bedankte sich mit imponierenden Leistungen gegen Bayern, gegen Uerdingen und Düsseldorf — ganz besonders aber mit einer Gala-Schau im 33. Endspiel um den DFB-Cup. An diesem mörderisch-heißen (49 Grad) Juni-Samstag von Frankfurt war der dänische Nationalspieler von der ersten Sekunde an voll da. Zuerst mußte er, als Kaiserslautern auf ein schnelles Tor drängte, furchtbar in der eigenen Abwehr rackern, um einen Rückstand zu vermeiden. Ich kam mir vor wie ein Verteidiger, nicht wie ein Stürmer", erzählte er. „Ich hatte schon Angst, daß ich mein Versprechen an Kuno Klötzer nicht würde einlösen können." Vor dem Spiel nämlich hatte Öle übermütig behauptet: „Trainer, heute schieße ich mindestens ein Tor. Und zwar mit dem linken Fuß."

Als Hamburgs Kraftbolzen in Abwehr und Mittelfeld den Gegner immer besser in den Griff bekamen, begann Björnmoses großer Auftritt: Mit langen Schritten fegt er übers Feld, holt die Bälle aus der eigenen Hälfte, verteilt sie klug an seine Kämeraden, geht keinem Zweikampf aus dem Weg - und schießt selbst, was das Zeug hält. Herrje, welche Kräfte, welcher Siegeswille, welche Spielfreude wurden da in Öles austrainiertem, ausgemergeltem Körper entfesselt - für jeden der 60 000 Fans spürbar. Der war überhaupt nicht mehr zu halten", gestand hinterher Klaus Scheer, der blonde Spielmacher der Pfälzer. Er hatte die Aufgabe erhalten, Björnmose zu entschärfen. Und scheiterte. 

 Denn nach 22 Minuten konnte Scheer dem Hamburger nicht mehr folgen. Öle zog an ihm vorbei, sah seinen Vorstopper freilaufen. Ein weiter Paß auf Noglys rechten Fuß - der HSV führte mit 1:0. Genau 14 Minuten später dann macht er sein „Tor mit Ansage". Nach einem Volkert-Schuß prallt der Ball an der Strafraumgrenze zu Björnmose. Ein Schritt noch, Schuß - 2:0. Wie prophezeit -mit links. Bei der Gratulations-Cour nach dem großen Kampf überraschte Öle mit einer einfachen Antwort: „Hat Spaß gemacht, dieses Spiel als Mittelstürmer." HSV '76 - das ist Deutschlands ungewöhnlichster Fußball-Club. Vom überaus selbstbewußten Manager bis hin zu seinen überaus bescheidenen Stars...



Hamburg: Kargus, Kaltz, Blankenburg, Nogly, Hidien, Zaczyk (62. Sperlich), Memering. Eigl. Reimann. Björnmose, Volkert. 

Kaiserslautern: Hellström, Kroth, Melzer. E. Diehl. Frosch, Meier, Scheer, Stickel (66. Schwarz), Riedl, Pirrung (62. Wilhelmi), Sandberg-

Tore: 1:0 Nogly (22.), 2:0 Björnmose (36.)

 




Codec H264, Mkv
Bitrate 1200
Sound 128 kbps
German Comments
Full Game
First Half
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Second Half
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 Caps 




4 comments:

  1. Vielen Dank pour cette série Bundesliga ;)

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  2. Si il y a des amateurs pour traduire les pavés...

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  3. It's not possible to download second link one!!!

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  4. Merry me! B)

    Mercy! for all 3.

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