Monday, April 18, 2011

DFB Pokal 1968 1969 Bayern München Shalke 04

Final
June 14, 1969
Waldstadion Frankfurt

Attendance: 60,000
Referee: Helmut Fritz

Der Favorit hat gewonnen. Bayern spielte trotz der Hitze kùhl und tat nur so viel, wie zum Sieg nôtig war. Und das reichte.

 Die Bayern redeten sich vor dem Spiel ein, dafl sie besser aïs die Schalker seien. Deshalb fiihlten sie sich stark, so stark, dafi sie nicht immer gut ge-nug spielten, jedenfalls nicht so gut, wie sie eigentlich sind. Ihr SelbstbewuCtsein iiberschritt in der ersten Halbzeit die Grenzen des Leichtsinns. Da spielte Pumm nicht wie ein Professer, sondern wie ein famulus, HeB sich viermal in der Nahe des eigenen Straf-raums den Bail abnehmen, sucht sich mit Schwarzenbeck den fal-schen Partner zu einem Spielchen im eigenen Strafraum. Trotzdem ging die Bayern-Rèch-nung unter dem Strich auf. So genau wie die Rechnung der Amerikaner beim Raumflug. Mit dem Schluflpfiff lag der Bail vor Beckenbauers FuB. Dann machte der eiskalte Rechner Beckenbauer einen entscheidenden Fehler. Er hob den Bail auf und reichte ihn Schiedsrichter Helmut Fritz. Wo doch die Bayern versprochen hatten, den Bail nach Hause zu brin-gen! Kapitàn Olk und Gerd Mùller starteten noch schiichterne Versu-che, den Bail wieder zu bekommen, doch Helmut Fritz gab das Geschenk nicht zuriick...

 Nach dem Halbzeitpfiff klatschte Sepp Herberger in die Hande. Die 45 Minuten hatten ihm gefallen. Nach dem SchluBpfiff jedoch mehrten sich die Falten Im Ge-sicht des Altmeisters, soweit das iiberhaupt noch mdglich war. Nur auf Umwegen sagte Herberger : MKein grofles Spiel." HeiB war's, sehr heifi. Aber das Feuer loderte nur kurz auf. Eine Viertelstunde nach Schalkes Aus-gleichstor leuchtete die Fackel auf. Die Schalker warfen sie den Bayern vor die FiiBe. Doch rasch erstickten die Bayern das Feuer, traten es fast bis auf den letzten Funken aus.
Den Anfang machte Beckenbauer, der Schalkes Anhangern den Mumm raubte. Beckenbauer benahm sich einmal wie ein ganz gewohnlicher FuBballspieler, hielt Libuda fest. Daraufhin grbhlten Schalkes Anhanger 20 Minuten lang im Chor: ..Beckenbauer raus!" Schlechter Stil. Beckenbauer gab eine freche Antwort, griff sich mit den Beinen in der Nahe der Schalker Zuschauerecke den Bail und jonglierte 20 Sekun-den lang, lieu den Bail von einem FuB auf den anderen springen. Ein Solo extra fur Schalke. Zur Ehre der Schalker Anhanger: sie bewiesen Humor, lachten und jubelten ubrigens nach dem Spiel den Bayern auf der Ehrenrunde zu, schwenkten die blau-weiJ3en Fahnen.
Die Bayern beherrschen ihr Einmaleins. Sie verstehen es, den Rhythmus des Spiel zubestimmen. Ausgerechnet diesmal, vor iiber 60 000 festlich gestimmten Zu-schauern und soviel politischer Prominenz, hatten sich die Bayern das Rezept ausgesucht : immer langsam voran. Schade, daB sie nient ihr ganzes Kônnen zeigten. Aber sie wollten auf Nummer Si-cher gehen. Wir werden uns daran gewohnen miissen, daB sich die Bayern ihre Siège ausrechnen .,. bis zum — hoffentlich — ersten schweren Spiel des Europapokals. Schalkes Traîner Rudi Gutendorf ist ein Prophet. Er nannte schon vor Wochen die Schwachen seiner Mannschaft: kein LinksauBen und kein Brecher — lies kein Mùller — in der Mitte.
Was nùtzt die optische Oberlegenheit, wenn Erlhoff und Wittkamp sich sechs Meter vor dem Bayern-Tor umrannten, wenn Galbierz zehn Minuten vor SchluB nicht schaltete, aïs der Bail acht Meter vor dem Bayern-Tor an ihm vorbeiflog! Was niitzt die Kondition Neusers und Erlhoffs, wenn Pohschmidtt in der zweiten Halbzeit nicht mehr lief, sondern ging, aïs drangsalierten ihn Nagel im Fleisch seiner FùBe. Und was niitzt das herrliche Tor Pohl-schmidts aus 25 Metern, wenn er kurz vor Halbzeit aus acht Metern vor dem leeren Tor die Chance des 2:2 auslieB!
Trotz ihrer CleverneB schwebten die Bayern in der Gefahr, das Spiel zu verlieren, weil sie versaumten, mit Macht auf das dritte Tor zu drangen. Hatten die nicht minder mûden Schalker den Ausgleich erzwungen, wàre dem SelbstbewuBtsein der Bayern, ihrer stârksten Waffe, ein arger Schlag versetzt worden. Aïs Sprecher der Zuschauer : Schade, dafi Schalke nicht den Ausgleich schoB. Viele hatten gerne sehen wollen, ob die Bayern vie AC Mailand gegen Ajax Am-sterdan ein Tor schieBen können, wenn sie wollen. Im Interesse der 22 Spieler: Gut, daB nach 90 Minuten allés vorbei war. Nach einem Spiel geistert immer das ,,wenn" . ..

Die Schalker sagen: Wenn Pohlschmidt kurz vor Halbzeit das leere Tor getroflen hàtte .,, wen Pohlschmidt in der 72. Minute aus zwei Metern das 2:2 geschossen hà'tte.. wenn Galbierz kurz vor SchluB den FuB ausgestreckt hatte. Und die Bayern: Wenn Ohlhauser nicht einen Schritt zuviel gerannt wà're, worauf ihm van Haaren sechs Meter vor dem Tor den Bail vom FuB Spitzelte ... wenn Mùller in der zweiten Halbzeit den Bail ùber Nigbur gehoben hat-te... Wenn ... ist vorbei, Schalke hat eben keinen Muller und keinen Beckenbauer. Der eine schielît die Tore, der andere organisiert die Abwehr. Fichtel ist noch kein Beckenbauer. Im Nahkampf fehlt ihm die subtile Technïk des Munchners. Doch wàre eines beinahe verhangnisvoll fur die Bayern geworden: keiner kùmmert sich um Fichtel, wenn der blonde Schalker ,,Libero" nach vorne rannte.
Weil es kein grooes Spîel war, imponierten die Kleinen. Hier Neuser,, dort der blonde Schmidt Ubrigens direkte Gegner. Jeder brillierte in der Offensive mehr aïs in der Défensive. Jeder ein Kùnstler am Bail. Beckenbauer hatte nur eine Angst: daB sich der junge Schmidt, dem kein Weg zu weit ist, zu friih verzehrt. Schalke war der erwartet starke Gegner. Doch eben nicht stark ge-nug, um den Bayern zu verweh-oren, daB sie in ihrem vierten Po-kalendspiel auch den vierten Sieg errangen. Siebenmal stand Schalke im Pokalendspiel und gewann nur einmal. Die Sieben brachte nicht Schalke Gliick, sondern dem FC Bayern, der jetzt sieben Titel sein eigen nennt: Zwei deutsche Meisterschaften, einen Europapo-kalsieg und vier Pokalsiege. Bitter fur Schalke, daB die Bayern ihr Siegestor ausgerechnet zu jenem Zeitpunkt schossen, aïs die Gelsenkirchener das Spiel machten. Ubrigens: Wer an die Pramie denkt, die die Bayern-Spieler bekommen, muB auch wissen, daB fur die Mùnchner die Saison noch nicht beendet ist. Jetzt wird noch schnell, auf dem Lande" aïs Mannschaft des Jahres kassiert. Schalke ist wieder erstarkt. Den Bayern wird der Sieg nicht in den Kopf steigen. Ein Beweis: Gerd Muller antwortete auf die Frage, ob der Sieg der Bayern verdient gewesen sei:"Wir haben 2:1 ge-wonnen."



FC Bayern München: Maier, Olk, Pumm, Schwarzenbeck, Franz Beckenbauer, Helmut Schmidt, Roth, Ohlhauser, Müller, Starek, Brenninger. Trainer: Branko Zebec
FC Schalke 04: Nigbur, Becher, Kreuz, Neuser, Fichtel, van Haaren, Libuda, Erlhoff, Pohlschmidt, Senger, Wittkamp. - Auswechselungen: Galbierz für Becher (60. Minute), Slomiany für van Haaren (76. Minute) - Trainer: Rudi Gutendorf

Goals 1:0 Müller (12. Minute) 1:1 Pohlschmidt (20. Minute) 2:1 Müller (35. Minute)



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4 comments:

  1. About the text, needs corrections...

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  2. increible tu aporte a los que nos apasiona el futbol, yo soy de ARGETNINA y me gustaria contactarme contigo para saber donde puedo colaborar contigo, enviandote juegos de futbol argentino, de todas las divisiones, si sos tan amable dame ese dato y te hare llegar esos juegos, en particular finales, yo soy el que te pidio si tenias partidos de CARLOS BIANCHI, mi nombre julio

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  3. hello
    ok send me an email no problem

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  4. This comment has been removed by a blog administrator.

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