Tuesday, May 31, 2011

Friendly 1975 West Germany Netherlands

17 May 1975
Frankfurt am Main,
Waldstadion.

Referee: Josef Hungerbühler
Attendance: 55.000.

 Der Zeitpunkt für das Jubl-läumsspiel war denkbar ungünstig gewählt. Bayern München und Borussia Mönchengladbach stehen in europäischen Endsnielen, an denen auch ein holländischer Verein (Twente) beteiligt ist. Das Duell Vogts-Zuidema zum Beispiel wiederholt sich schon morgen in En-schede und der Tritt in die Wade, der Wimmer traf, war ein holländischer Tritt, der am Mittwoch unter Umständen mit spielentscheidend werden könnte, denn ein Ausfall Wimmers würde Borussia nach Kulik des zweiten wichtigen Mittelfeldmannes berauben.
Eine ungewöhnliche Einleitung für ein ungewöhnliches Ereignis, denn ein 75. Geburtstag ist nicht nur bei Menschen ehrwürdig, auch bei Sportverbänden und vielleicht sogar noch mehr, well der Fußballsport erst eine kurze Geschichte hat.

Leider half unser Gast, Vizeweltmeister Holland, nicht mit, das Jubiläumsspiel zu einer Werbung für den Fußball zu machen. Das war um so unverständlicher, weil die Holländer dann am stärksten spielten, wenn sie nicht bloß auf die Beine ihrer Gegner zielten, sondern ein flüssiges, kluges Spiel aufzogen, das beindruckte, weil vorausgesagt worden war, die mit Debütanten gespickte Elf des neuen Trainers Knobel würde nicht an die Leistungen Hollands beim Weltturnier anknüpfen können. Junge Männer wie van Kray und der bei Halbzeit eingewechselte Kist bewiesen das Gegenteil.
Aber leider (und man muß gerade dieses Wörtchen leider betonen, wenn man an den Anlaß zur Einladung an die Holländer denkt) wurde das „soielende" Holland von einigen Rüpeln um den guten Eindruck gebracht, an deren Spitze der Amokläufer van Haneeem stand. Daß sich Hollands gar nicht so sensibel aussehender Trainer Knobel in der Pressekonferenz so sensibel zeigte und nach zwei Minuten davonlief, maß nicht zuletzt seinen Grund darin Rehabt haben, daß er sich peinlichen Fragen entziehen wollte, etwa meiner Frage, ob er van Hanegems Auftreten verteidige oder beklage.
Die Flucht des holländischen Trainers hatte der Schweizer Schiedsrichter HungerbUhler nicht nötig, denn Schiedsrichter dürfen von Amts wegen keine Aussagen zu Ihren Entscheidungen machen. Vor den Augen der prominentesten Männer des Weltfußballs zeigte Hungerbüh-ler, daß der Mantel der Autorität, mit dem unser Spiel den Schiedsrichter bekleidet, für ihn zu groß war.

Leider steht der FIFA-Schiedsrichter Hungerbühler mit seiner „Leistung" von Frankfurt nicht allein. Ich habe in den letzten Monaten nicht einen, sondern viele »Hunger-bühlers" erlebt, die unser Spiel in größere Gefahr bringen als tausend und abertausend Rowdys auf den Rangen. Was sich dieser «reduldiee Schweizer von den holländischen Spielern bieten ließ, hatte er sich in erster Linie selbst zuzuschreiben, weil er nicht schon beim ersten bösen Foul hart durchgegriffen hatte. Ich fühle kein Bedürfnis, alle Schuld an dem enttäuschenden Jubiläumsspiel beim Schieds- ] richter zu suchen, aber ich fühle mich verantwortlich, immer wieder darauf hinzuweisen daß unser Spiel vor die Hunde geht, wenn wir nicht härtere Schiedsrichter fordern — und bedingungslos unterstützen!
Ich weiß, daß wir auch deutsche „van Hanegems" und „Hun-gerbühlers" haben. Auch ihnen muß das Handwerk gelegt werden, will unser Spiel weiterhin glaubwürdig, ein sportliches" Spiel bleiben.
Vielleicht kann das Jubiläumsspiel des DFB Anlaß zur Selbstbesinnung auf dem Sektor des internationalen Schiedsrich-terwesens werden.
Die Kalkulation des DFB, mit dem Vizeweltmeister Holland das Frankfurter Waldstadion trotz überhöhter Preise zu füllen, ging nicht auf, weil Barcelona Cruyff (immer ein Magnet!) und Neeekens nicht freigab und mit Netzer (immer noch ein Magnet) und Breitner zwei weitere „Spanier" wegen Verletzung absagten. Das ergab zu wenig Pfeffer für ein Freundschaftsspiel. Zwei Debütanten (darunter der in Frankfurt besonders populäre Kllemann) und insgesamt neun Spieler des WM-Endspiels 1974 waren nicht genug Gegengewicht
Unser aus sechs Vereinen bestehende Mannschaft (mit Cull-mann kam später noch einer hinzu) wies das hohe Durchschnittsalter von 27 auf, was allein schon zeigt, wie sehr wir weiter im Umbruch stehen werden.


West Germany (FRG) - Netherlands (HOL)  1:1 (1:0).
West Germany: Josef Dieter 'Sepp' Maier - Hans-Hubert 'Berti' Vogts, Rainer Bonhof - Uwe Kliemann, Franz Beckenbauer, Karl-Heinz Körbel - Manfred Ritschel, Herbert Wimmer (70. Bernhard 'Bernd' Cullmann), Wolfgang Seel, Erich Beer, Bernd Hölzenbein - Coach: Helmut Schön.
Goals: 1:0 Herbert Wimmer (7.) and 1:1 Willem Van Hanegem (56.).


 Codec H264, Mkv
Bitrate 1300
Sound 128 kbps
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Caps














6 comments:

  1. Muchas gracias imprexionantes el partido una
    R.F.Alemania - Holanda despues del mundial 74.
    Un saludo

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  2. Mercy! Always welcome, never seen before.

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  3. Didn´t even know that match was played. Too bad Cruyff was not there. Thanks a lot!

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  4. Thanks for posting this game! Really well played. Beckenbauer and Van Hanegem at his best.

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  5. The links are not working, can you please update them, I'd really like to see this exceptional match

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  6. Hola. No puedes postear nuevamente este partido en otro tipo de servidor. Megaupload no funciona hace mucho tiempo.

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