Monday, September 19, 2011

Bundesliga 1976 1977 Fc Köln Borussia Mönchengladbach

Day 12
6 November 1976
Stadion Köln Müngersdorf,
Referee: Jürgen Meßmer
Attendance: 61000

 Er sieht aus wie einer aus der Unterprima. Oder wie ein A-Jugendspieler. Allan Simonsen, 24 Jahre alt, l,68mgroß, 58KÜO schwer, ist jedoch der beste Rechtsaußen der Bundesliga. Sicher auch von Europa - vielleicht sogar der beste der Welt. Die meisten seiner Gegenspieler werden das bestätigen. Allan Simonsen hat einen Trick, der keiner ist. Simonsen ist beidfüßig. Mal geht er links an seinem Verteidiger vorbei, mal rechts. Man kann ihn nie ausrechnen. Er schießt auch rechts wie links gleich stark - unwahrscheinlich hart und genau sogar. Zwei Beispiele in der Saison 76/77: 11. Dezember 1976. Borussia Mönchengladbach spielt gegen Bayern München. Der Meister gegen den Europacupsieger. Vogts fehlt! Heynckes fehlt! Auch Danner und Wittkamp sind nicht dabei. Gladbachs einziger Stürmer: Allan Simonsen. Er allein gegen Beckenbauer, Maier und Schwarzenbeck. Die 52. Minute: Paß von Kulik zu Simonsen. Der Däne zieht los. Erst umspielt er Horsmann, dann auch noch Beckenbauer, noch ein paar Schritte, Schuß mit rechts. Hart und flach zischte der Ball ins Netz. Maier ist machtlos. 1:0 für Gladbach, Sieg für Borussia. Der Beifall für Simonsen, der in 34 Bundesligaspielen zwölf Tore schießt, wird zum Orkan. 25. Mai 1977. Europapokal-Endspiel gegen Liverpool in Rom. 51. Minute. Vom linken Strafraumeck zirkelt Simonsen den Ball mit dem linken Fuß rechts oben in den Winkel - sagenhaft, herrlich: 1:1. - Hoffnung für Gladbach, doch keine Rettung, nur Aufschub. An Simonsen hat es nicht gelegen, daß Mönchengladbach den Europacup nicht mit nach Deutschland brachte.

Mönchengladbachs   Meisterschaft ist in erster Linie ein Verdienst des kleinen Dänen. Er stand meist allein auf weiter Flur. Heynckes verletzt. Henning Jensen, der andere Däne, nun in Madrid. Simonsen gegen alle. Rechts, in der Mitte und links. Der Ein-Mann-Sturm Simonsen schoß fast alle entscheidenden Tore. Oft genügte eins ... Als er Anfang 1973 nach Mönchengladbach kam, hatte keiner damit gerechnet, daß Simonsen einmal zweieinhalb Millionen Mark (so viel wollte Manager Grashoff von Real Madrid für ihn haben) wert sein würde. Günter Netzer, der damals noch am Bökelberg regierte, hatte verächtlich zu Hennes Weisweiler gesagt: „Chef, wollen Sie hier einen Kindergarten aufmachen? Den pusten die doch in der Bundesliga um." Hennes Weisweiler, der einen Blick für Talente hat wie kein anderer Trainer in der Bundesliga, zweifelte nach einem Jahr fast selbst. Simonsen hatte immer nur für ein paar Minuten gespielt. Weisweiler zu Manager Grashoff: „Helmut, den kannst du wohl verkaufen, der wird nichts mehr." Simonsen wurde dem 1. FC Nürnberg angeboten. Der damalige Club-Trainer Hans Tilkowski aber argwöhnte: „Wenn der Weisweiler einen Mann abgibt, dann ist da doch was faul." Es war Tilkowskis großer Irrtum. Dann kam das letzte Spiel der Saison 1974. Gegner war Bayern München. Die Münchener waren einen Tag zuvor erstmals Europacup-Sieger geworden. Fünf Tore schössen die Borussen gegen die müden Bayern. Und Simonsen spielte dem Franz Beckenbauerden Ball sogar durch die Beine. Es war Simonsens Durchbruch zur Spitze. Er bekam Angebote aus Spanien, Frankreich und Holland. Als er dann aber doch seinen Vertrag in Mönchengladbach um zwei Jahre (pro Saison 330 000 Mark) verlängerte, hatte er eine für die Bundesliga einmalige Bedingung durchgesetzt: sechs Wochen Urlaub an einem Stück. Simonsen: „Sonst könnte ich den Stress in der Bundesliga mit 80 Spielen in der Saison nicht ertragen." Wenn Simonsen, den die Borussen liebevoll „Bulle" nennen, nicht gerade Fußball spielt oder schläft (mindestens zwölf Stunden an einem Stück), dann geht er mit seiner Frau Antee in Konzerte — von Abba bis Udo Jürgens. Das ist Simonsens Entspannung von der Bundesliga, über die er sagt: „Sie ist hart. Manche Gegner treten absichtlich."


Köln: Schumacher, Gerber, Cullmann, Weber, Glowacz, Simmet, Overath, Flohe, van Gool, Müller (78. Rohde), Larsen (78. Löhr).
Borussia: Kneib, Klinkhammer, Wittkamp, Schaffer, Vogts, Bonhof, Wohlers, Wimmer (46. Koppel), Stielike (78. Hannes), Simonsen, Heynckes
Goals: 0:1 Heynckes (43.), 0:2 Bonhof (74.), 0:3 Heynckes (83.).


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